„Verschrien oder missverstanden?“

 Shareholder Value als Basis der Unternehmensstrategie ist eines der Themen, mit denen man herrlich schnell Kontroverse in das bisher ausgeglichenste Gespräch bringen kann. Es scheiden sich schlichtweg die Geister an dieser Unternehmensstrategie. Vor allem, weil hier ethisch moralische Grundsätze mit geschäftlichen Interessen kollidieren. 

 

„Was ist der Shareholder Value denn genau?“

 Im Kern beschreibt der Shareholder Value den Marktwert des Eigenkapitals des Unternehmens, also den notierten Kurswert der Aktie eines Unternehmens. Der Vermögenswert, den ein Anteilseigner besitzt, entspricht dem Kurswert der Aktie multipliziert mit seinen Anteilen. Beim Shareholder Value Ansatz wird die Unternehmensstrategie folglich darauf ausgerichtet, den Aktienwert zu steigern. Zur Messung, ob Entscheidungen zu einem Mehrwert für den Aktionär führt, wird das Unternehmensgeschehen in Form von Zahlungsströmen, genannt Cashflows, betrachtet. Die Bewertungsgrundlage bildet dabei die zum Bewertungszeitpunkt diskontierten freien Cashflows, abzüglich des Marktwertes des Fremdkapitals.

 

„Ein Kind der 80er.“

 Soweit so vernünftig, insbesondere wenn man bedenkt, dass der Shareholder Value einer bestimmten Epoche entspringt. Ende der 70er Jahre, Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts steckte die amerikanische Wirtschaft in einer Stagflation fest. Also ein stagnierendes Wirtschaftswachstum bei steigender Inflation. Einem Unternehmen in dieser Situation ein festes Ziel zu geben, welches den Marktwert berücksichtigt und somit die Verantwortlichen zum aktiven Handeln zwingt, war in diesem Rahmen sicherlich eine gute Idee.

 

„Langfristig zum Erfolg oder kurzfristig pushen?“

Das ist es auch heute noch, aber nur, wenn man den gesamten Prozess langfristig verfolgt. Also die Innovations- und Leistungsfähigkeit des Unternehmens durch eine ausgeglichene, sichere, ökonomische Basis festigt. Dadurch sind dann auch die anderen Interessengruppen eines Unternehmens, z. B. die Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten berücksichtigt. Es werden also nicht allein die Aktionäre bedient, einer der Hauptkritikpunkte des Shareholder Value Ansatzes. 

Leider wird dieser mäßigende Aspekt oft nicht berücksichtigt und missverstanden. Stattdessen werden kurzfristige Entscheidungen getroffen, nur um den Marktwert zu erhöhen. Diese Entscheidungen können langfristig aber fatale wirtschaftliche Auswirkungen für ein Unternehmen haben. Auch ist der Cashflow nicht die ultimative Bemessungsgröße. Wie jede finanzwirtschaftliche Kennzahl ist er auch verzerr- und manipulierbar. Aber da kann der Shareholder Value Ansatz dann auch nichts dafür.

 

“ Die Mischung macht es.“

Daher ist es wie so häufig im Leben: Eine solide Mischung führt zum Erfolg. Die Betrachtung verschiedener Blickwinkel schafft den optimalen Eindruck. Das Einbeziehen verschiedener Aspekte der Geschäftstätigkeit in die Gesamtstrategie führt zum Erfolg. Ein Unternehmen, welches dies berücksichtigt, wird auch beim Verfolgen eines Shareholder Value Ansatzes langfristig Erfolg haben, ohne die Interessen aller Beteiligten aus den Augen zu verlieren.

Ich hoffe, Sie haben auch dieses Mal etwas mitnehmen können. Wir immer freut sich die epco auf Ihr Feedback und eine Bewertung, wenn es Ihnen gefallen hat.