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Viva Coronia



Ich sitze in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit - natürlich Corona konform. Und wenn ich nicht meinen eigenen Gedanken nachhänge, studiere ich meine Mitfahrer um mich herum. Trotz Mund- und Nasenschutz entdecke ich viele sorgenvolle Gesichter. Ich kann nicht in die Menschen hineinschauen, aber mein Eindruck ist, dass sie sich um die gleichen Dinge Sorgen machen wie ich auch.


  • Komme ich mit meinem Geld aus?

  • Habe ich nächstes Jahr noch Arbeit?

  • Bleibe ich gesund?

  • Wann ist Corona endlich zu Ende?

  • Wie und mit wem feiere ich dieses Jahr Weihnachten?


Diese Fragen sind mir so vertraut. Ich kenne sie von mir selbst, sie schieben sich immer wieder auch in mein Denken und in mein Herz hinein, verunsichern mich, wollen mir die Hoffnung und Perspektive auf die Zukunft rauben und meinen Tag bestimmen. Und ja, auch ich bin nicht dagegen gefeit, dass diese Gedanken in meinem Leben Trübsinn blasen und ich mich in mein Schneckenhaus zurückziehe.

Oft reagiere ich deutlich angespannter, dünnhäutiger, aggressiver und auch genervter, als ich das eigentlich will. Und seit Corona erlebe ich genau das deutlich mehr bei mir und auch bei den anderen.

Corona macht mir Stress, Corona hat mich im Griff. Corona macht mir und vielen anderen Stress.

Aber es gibt auch die Tage und Momente, in denen ich trotzig werde und mich dagegen wehre. Ich kann diese Pandemie mit allen Auswirkungen nicht vermeiden, aber ich kann selbst bestimmen, wie ich damit umgehe und mein Leben trotz dieser Lage gestalte. Was hilft mir dabei, aus diesem Gedankenkreisel und meinem Schneckenhaus raus zu kommen, den Corona-Stress konstruktiv in meinem Leben zu bewältigen und ihn abzubauen?


  • Bewegung und Sport allgemein tut meiner Seele gut: der Herbstspaziergang am letzten Wochenende war eine Wohltat für mich. Der Körper fühlt sich ausgelastet und statt Trübsinn zu blasen nehme ich die Natur in ihrer ganzen Pracht wahr und werde dankbar für die warme Sonne und das bunte Laub.

  • Kontakt zu meinen Lieblingsmenschen halten: jemanden haben, mit dem man über alles reden kann, der einem zuhört und dem ich zuhöre tut meiner Seele gut.

  • anderen Menschen helfen und ihnen ein offenes Ohr schenken macht mir Freude und die Last für den einzelnen ist nicht mehr so riesig, nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid.

  • über Ängste und Sorgen zu sprechen, nimmt mir die Ohnmacht und den Sorgen die Macht

  • Zusammenhalten, auch in schwierigen Situationen: im Team geht vieles leichter und besser und ich bin nicht allein. Wer sind meine Teamplayer in meinem Leben und im Beruf? Für wen kann ich ein Teamplayer sein?

  • Dinge tun, die mir Spaß machen, Hobbies pflegen: ich koche seit Corona jedes Wochenende für meine Familie

  • einen Wohlfühlort schaffen, an dem ich entspannen kann; dieses Jahr habe ich mein Weihnachtsfenster einfach schon mal früher dekoriert und es tut mir gut, während des Homeoffices darauf zu schauen und mich daran zu freuen

  • Zukunft planen und Ziele setzen: ich bin Corona nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann immer noch mein Leben und meine Zukunft gestalten und planen. Gerade in schweren Zeiten hilft es, klare Ziele zu haben, auf die ich zusteuern kann. Sie geben mir Orientierung und helfen mir, die richtigen Entscheidungen zu treffen, statt kopflos oder aus Panik heraus zu handeln.

  • Humor ist wenn man trotzdem lacht. So platt wie dieser Satz auch klingt, hilft Lachen dabei, Abstand zu gewinnen und den Ernst der Lage aus einer anderen Perspektive zu betrachten.


Diese Liste ist mit Sicherheit nicht vollständig und fällt für jeden von uns anders aus.

Zu wissen, was mir persönlich hilft, gelassener mit dem Corona-Stress umzugehen, ermöglicht mir auch, gelassener und freundlicher mit meinen Mitmenschen zu sein und damit die Welt wieder ein bißchen liebens- und lebenswerter zu gestalten.


Wer sich intensiver mit Stressbewältigung beschäftigen will, findet hier unser Angebot zum Stressprofil



Mit besten Grüßen


Arndt Fritzen