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Wie gehe ich mit Wutausbrüchen um?

Aktualisiert: Nov 5



Jeder hat wahrscheinlich schon einmal einen Wutausbruch anderer miterlebt oder sogar selbst einen gehabt.


Aber wie geht man mit Wutausbrüchen, vor allem im Projekt, um?

Um dies zu beantworten, stellen Sie sich zunächst folgende Fragen:


Woher kommen Wutausbrüche und Ausraster?


Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Diese können sowohl physischer oder psychischer, als auch privater oder beruflicher Natur sein.


Das sind zum Beispiel:

  • Beziehungsprobleme

  • persönliches oder berufliches Scheitern

  • Schwierigkeiten am Arbeitsplatz

  • Antipathie gegen spezielle Personen

  • Bluthochdruck

  • Ängste

  • Suchterkrankungen

  • Depressionen

  • Überlastung (Burnout)

  • Unterforderung (Boreout)

  • Hormonelle Veränderungen, z.B. während der Wechseljahre

Wie treten Wutausbrüche und Ausraster auf?


Ein Wutausbruch hat viele Gesichter.

Diese reichen von Brüllen und Schreien oder körperlicher Aggression bis hin zu Intrigen oder Mobbing.

Selbstverletzungen oder Sachbeschädigungen können ebenfalls auftreten.


Wir betrachten hier allerdings nur den Klassiker: einen lauten verbalen Ausraster, der auf Grund von Frust, Stress und Enge im Berufsleben regelmäßig vorkommt.

Der Grund ist oftmals das Fehlen der Möglichkeit, sich einfach mal eben zurückziehen und dabei den Ärger abbauen zu können.


Warum erleben Menschen einen Wutausbruch?


Ein Mensch flippt dann aus, wenn das chemisch hormonelle und neuronale Gleichgewicht im Gehirn in ein Ungleichgewicht gerät. Dadurch kommt es im Gehirn zu einer Überlastung. In diesem Zustand weiß das Gehirn nicht mehr, wie es handeln soll - Kämpfen, Fliehen oder Argumentieren? Der Wutausbruch ist eine Art Neustart im Gehirn.

Im Grunde dient er also einem guten Zweck, denn er befreit und stellt das Gleichgewicht wieder her.


Wie sieht ein Wutausbruch aus?


Die Reaktion ist von Person zu Person unterschiedlich.

Folgende Merkmale können aber einen Teil davon darstellen:

  • Veränderung der Gesichtsfarbe (z.B. fleckig)

  • Starkes Schwitzen

  • Zittern und Zuckungen

  • Veränderung im Sprachverhalten (z.B. undeutliches Sprechen, sehr betontes Sprechen)

  • Maskenhafter Ausdruck

  • Starrender Blick

  • Zurückziehen aus der gesellschaftlichen Interaktion

  • Verlangsamte Reaktion auf Input

  • Betont ruhiges Verhalten

  • Starke Agitation

  • Zwangs- und Wiederholungsverhandlungen

Wenn man diese Anzeichen erkennt, ist Handeln noch möglich!

Ein Ausraster geschieht selten spontan, da sich Wutausbrüche in der Regel langfristig aufbauen.


Wie kann man einen Wutausbruch nun verhindern?


Um einen Wutausbruch zu verhindern, können folgende Handlungen hilfreich sein:

  • Augen aufhalten, Probleme erkennen und ansprechen

  • Die Gruppe sensibilisieren

  • Betroffene Personen in ruhiger Umgebung ansprechen

  • Die Person ernst nehmen

  • Zeit nehmen und zuhören

  • Verstehen, um was es geht

  • Manchmal reicht eine kleine Geste, wie z.B. die Einladung auf einen Kaffee

  • Arbeitspensum anpassen

  • Lösungsansätze bieten

  • Perspektiven aufzeigen

  • Unterstützen und helfen

  • Die Person motivieren, z.B. durch ein Lob

  • Im Zweifelsfall professionelle Hilfe hinzuziehen

  • Mit Sport und Co. den Stress angehen

  • Mit gutem Beispiel voran gehen


Was ist zu tun, wenn es zu spät ist?


Wenn jemand ausrastet, ist folgendes geboten:

  • Ganz wichtig: Wenn jemand ausrastet, erstmal gewähren lassen

  • Streitende trennen

  • Wenn die Person sich ausgetobt hat ist sinnvolles Arbeiten dann in der Regel nicht mehr möglich

  • ggf. die Person für diesen Tag freistellen

  • Freundlich und höflich bleiben. Wichtig ist, nicht zusätzlich selbst aggressiv werden

  • Allen eine Pause gönnen. Damit kann die Situation weiter entspannt werden

  • Ein offenes Ohr zum Aussprechen anbieten

  • Eine Person zur Moderation hinzuziehen

  • Ursachen herausfinden

  • Außerdem: Das Gespräch erst im Verlauf der nächsten Tage suchen und durchführen

Wie gehe ich im Beruf damit um?


Jeder flippt früher oder später mal aus. Auch man selbst ist davor nicht gefeit.

Dennoch kann man folgendes tun:

  • ruhig bleiben und Ruhe gewähren

  • regelmäßig Stress ablassen

  • Ursachen herausfinden

  • Selbstreflektion üben

  • Lasten abnehmen und umverteilen

  • Hilfe erbitten und gewähren

  • nicht nachtragend sein

  • Durch Entschuldigungen Größe zeigen

  • Produktiv bleiben und Lösungen finden

Dieses Wissen über den Umgang und auch die Herkunft von Wutausbrüchen, kann uns im Berufsleben sehr von Nutzen sein. Auch im Projekt kommt es hin und wieder mal vor, dass jemand die Fassung verliert.

Mit den beschriebenen Tipps und Verhaltensempfehlungen, können wir den Umgang mit derartigen Situationen lernen und diese langfristig verbessern oder gar verhindern.


Haben Sie bereits Erfahrungen mit diesen Situationen in Ihrem Arbeitsumfeld?

Berichten Sie uns gerne von Ihren Erlebnissen in den Kommentaren.


Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung dieser Tipps und freuen uns auf Ihre Rückmeldung.


Beste Grüße

Arndt Fritzen


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